Ratgeber
Schimmelpilzbefall in Wohnräumen
Feuchtigkeitsprobleme und Schimmelpilzbefall in Wohnräumen sind leider keine Seltenheit. Ursachen erkennen, vermeiden und allfällige Probleme beseitigen ist die Devise.
Wohnungs- und Gebäudesanierungen sind schon im Hinblick auf den Energieverbrauch und das globale Klima notwendig und sinnvoll. Falsches Nutzerverhalten und fehlende Kenntnis über den Feuchtetransport und Feuchteaustausch über die umfassenden Bauteile führen deshalb immer wieder zu Problemen. Besonders nach dem Einbau neuer Fenster wird der Luftaustausch durch deren hohe Dichtigkeit verringert. Wird die Wohnung oder einzelne Räume dann nicht ausreichend beheizt kommt es schnell zu Schimmelflecken auf den Tapeten. Besonders betroffen sind Aussenwandflächen, da diese schnell abkühlen. Eine richtige Bekämpfung der Schimmelpilze erfolgt durch die Beseitigung der Ursachen.
Die wichtigsten Ursachen auf einen Blick:
- mangelndes Lüften der Räume
- nicht ausreichendes Heizen bei kalten Temperaturen und gleichzeitig hoher relativer Luftfeuchtigkeit
- mangelnde Austrocknung des Neubaus
- fehlende, fehlerhafte oder unzureichende Wärmedämmung der Gebäudehülle
- eindringende Feuchtigkeit durch Schäden an Aussenputz und Mauerwerk
- Behinderung der Dampfdiffusion durch feuchtigkeitsundurchlässige Anstriche, Wandbekleidungen, etc.
- hoher Luftfeuchtigkeitseintrag durch Waschen, Duschen, Kochen, Wäsche trocknen, etc. und mangelnder Lüftung
Wie gefährlich sind Schimmelpilze?
Von den rund 100.000 Schimmelpilzarten weisen nur etwa 30 Allergene auf. Schimmelpilze und deren Sporen sind sowohl in der Aussen-, wie auch in der Innenluft ständig vorhanden. Der Mensch ist deshalb an ein Vorkommen von Schimmelpilzen in seiner Umgebung angepasst und weist eine hohe Resistenz auf. Er reagiert folglich nur selten mit Krankheitssymptomen auf eine Schimmelpilzexposition. Bei unklaren Krankheitssymptomen und Allergien sollte jedoch sicherheitshalber auf versteckten Schimmelpilzbefall untersucht werden.
Schimmelpilze - Tipps
Kleinflächiger Befall
Bei oberflächlichem Schimmelbewuchs mit einer Ausdehnung von ca. 10x10 cm an einer Stelle und in nur einem Raum, das Problem dem Vermieter melden, dokumentieren und dann können die Schimmelspuren ohne gesundheitliche Bedenken mit Wasser und einem Haushaltsreiniger selbst entfernt werden. Die Stelle danach mit 80% Ethylalkohol oder Javelwasser desinfizieren. In der Regel treten keine gesundheitlichen Probleme auf. Unklare Krankheitsbilder und Allergien jedoch vom Arzt abklären lassen. Um Schimmel langfristig zu beseitigen müssen die Ursachen für die erhöhte Raumfeuchtigkeit geklärt und behoben werden.
Grossflächiger Befall
Dichter Schimmelbewuchs oder Stockflecken und grössere Ausdehnung des Befalls sind gesundheitlich nicht mehr akzeptabel. Das Problem umgehend dokumentieren und dem Vermieter mitteilen.
- Personen mit geschwächten Immunsystem sollten ärztlichen Rat einholen
- häufig Lüften
- Räume mit starkem Schimmelbewuchs von anderen Räumen nach Möglichkeit abgeschlossen halten
- wenn möglich Räume nicht benutzen, besondere Vorsicht bei Schlaf- und Kinderzimmern.
- fachgerechte Sanierung mit Beseitigung der Ursachen, keine Eigensanierung vornehmen
- Entfeuchtungsgeräte nicht vor der Sanierung in Betrieb nehmen
Mehr zu Wohngifte
Quellen/PDF
Quelle und weitere Infos unter www.bundespublikationen.admin.ch, Bundespublikation Nr. 311.311.d
Adressen
-
Jehle Umweltdienste GmbH
Rheinweg 5
4322 Mumpf (AG)
T: +41 (0)62 873 55 65
-
S-Cert AG
Schw. Zertifizierungsstelle für Bauprodukte
Lindenstrasse 10
5103 Wildegg (AG)
T: +41 (0)62 887 71 11
www.s-cert.ch
Details... -
SKSM GmbH Schweizerische Kompetenzzentrum
für Schadstoff-Management
Moosmatt 1
8905 Arni-Islisberg (AG)
T: +41 (0)56 631 00 07
www.sksm.ch
Details...


















