Ratgeber

Das WC - Blick in die Zukunft

Die Problematik ist seit langem bekannt: Täglich spülen wir eine grosse Menge kostbares Trinkwasser vom "stillen Örtchen" direkt in die Kanalisation. (In der Schweiz sind es im Durchschnitt 47 Liter/Tag) Es wird Zeit auch hier umzudenken.

wc

Alleine in der Schweiz fallen pro Jahr etwa zwei Millionen Tonnen Abwasser an. Davon sind zwar nur 0,5% mit Urin verschmutze Abwässer. Aber diese müssen aufwändig behandelt und gereinigt werden, bevor sie aus der Kläranlage in die Fliessgewässer entlassen werden. Urin enthält einmal hochproblematische Reste und Abbauprodukte von Pharmazeutika und Hormonen, sowie Stickstoffverbindungen, die die Gewässer überdüngen können. Wird dieser Stickstoff zurück gewonnen kann er anstelle von Kunstdünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Die Forschung arbeitet an verschiedenen WC-Systemen, die Urin und Fäkalien voneinander trennen sollen.

  • Eine Möglichkeit ist es, den Abwasser belastenden Urin separat aufzufangen, in Tanks zu sammeln, dann zu behandeln, den verwertbaren Stickstoff aufzubereiten und die Reste umweltfreundlich zu entsorgen. (No-Mix WC).
  • Oder eine bereits erfolgreich angewendete Methode: Fäkalien in Kammern getrennt zu lagern, zu sammeln und zu kompostieren. Eine technische Weiterentwicklung des Plumpsklosetts. Wasser sparend und sehr effizient. Der entstehende Kompost in einer Komposttoilette / Trockentoilette kann seuchenhygienisch einwandfrei im eigenen Garten verwendet werden.
  • Weitere Zukunftsmusik ist die Membrantechnologie, die Dank kleinstporiger Membrane das schmutzige Abwasser von Schwebteilchen und Bakterien befreit und es für den Spülvorgang des nächsten „Geschäfts“ wieder zur Verfügung stellt.

Quelle: St. Galler Tagblatt (11/2010)

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