Ratgeber

Legionärskrankheit - Gefahr aus der Wasserleitung

Die Erkrankungen durch lebensgefährliche Legionellen nehmen zu. Das Wärme liebende Bakterium geniesst die angenehmen Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad in Wasserleitung.

Infektionen mit Legionellen können besonders bei immun geschwächten Menschen, Kindern und älteren Personen eine lebensbedrohliche Lungenentzündung auslösen, die als Legionärskrankheit bekannt ist. Die Ansteckung erfolgt über das Einatmen von Wassertröpfchen, die mit den Bakterien infiziert sind.

Gefahrenquellen sind besonders öffentliche Duschen, aber auch Klimaanlagen und Luftbefeuchter, Sprudelbäder, Inhalatoren und Mundduschen. Die Sterblichkeit von infizierten Personen liegt in der Schweiz bei etwa 10%. Innerhalb eines knappen Jahres hat sich laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Anzahl der durch Legionellen ausgelösten Erkrankungen vervierfacht. Aktuelle Statisik meldepflichtiger Erkrankungen. Trotz spezifischer Legionellendiagnostik wird vermutet, dass die Dunkelziffer noch höher liegt, auch wenn die Erkrankung meldepflichtig ist.

Um die Gefahr von Legionellenwachstum auszuschliessen, muss am Austritt von Warmwassererzeugungsanlagen ständig eine Temperatur von mindestens 60 °C gehalten werden. Bei Anlagen mit Zirkulationsleitungen darf die Warmwassertemperatur im System nicht um mehr als 5 °C gegenüber der Austrittstemperatur absinken. Somit muss die Rücklauftemperatur der Zirkulation in den Warmwasserbereiter mindestens 55 °C betragen. Dies stellt eine besondere technische Herausforderungen an die Nutzung von Geothermie, Solarthermie und Wärmepumpen bei der Brauchwassererwärmung dar.

Bei geringeren Vorlauftemperaturen als gefordert, sollten die Brauchwasserleitungen mehrmals im Jahr mit einer erhöhten Vorlauftemperatur von mindestens 60 bis etwa 70 Grad gespült werden.

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